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16.09.2026rss_feed

BRS zur Agrarministerkonferenz: Tierhaltung stärken, Zukunft sichern

Anlässlich der Agrarministerkonferenz in Würzburg fordert der Bundesverband Rind und Schwein (BRS) von Bund und Ländern eine verlässliche Agrarpolitik zur Sicherung der heimischen Tierhaltung. In seiner Stellungnahme betont der Verband die Bedeutung der Tierhaltung für Ernährungssicherheit, regionale Wertschöpfung und vitale ländliche Räume. Angesichts geopolitischer Krisen und zunehmender Unsicherheiten müsse die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln wieder stärker in den Mittelpunkt der Agrarpolitik rücken. Hohe Kosten, Bürokratie, zunehmende Regulierung und fehlende Planungssicherheit belasteten die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe. Für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nach 2028 fordert der BRS eine stärkere Honorierung der Leistungen der Tierhaltung – von der Erzeugung hochwertiger Lebensmittel über die Grünlandnutzung und regionale Nährstoffkreisläufe bis zur Entwicklung ländlicher Räume.

Sauenhaltung braucht Perspektive

Besonderen Handlungsbedarf sieht der BRS bei der deutschen Sauenhaltung. Die Investitionsförderung für den Umbau der Tierhaltung müsse langfristig verlässlich ausgestaltet werden. Für bestehende Abferkelbuchten und funktionsfähige Stallanlagen fordert der Verband Bestandsschutz beziehungsweise deutlich längere Übergangsfristen. Bereits getätigte Investitionen müssten angemessen berücksichtigt werden. Andernfalls droht ein weiterer Rückgang der heimischen Ferkelerzeugung und eine zunehmende Abhängigkeit von Importen.

Auch beim Tierhaltungskennzeichnungsgesetz (THKG) fordert der BRS eine grundlegende Überarbeitung. Sollte dies nicht möglich sein, müsse das Gesetz ausgesetzt werden.

Einheitliche Regeln und faire Wettbewerbsbedingungen

Grundlegende Anforderungen an Tierhaltung und Tierschutz sollten bundesweit, möglichst europaweit, einheitlich geregelt werden. Unterschiedliche Vorgaben der Länder führten zu Wettbewerbsverzerrungen und erschwerten Investitionsentscheidungen. Neue Anforderungen müssten mit ausreichenden Übergangsfristen, einer realistischen Finanzierung und praxistauglichen Genehmigungsverfahren verbunden sein.

Exportchancen sichern – Regionalisierung vorantreiben

Für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Rind- und Schweinehaltung sind zudem verlässliche Exportbedingungen entscheidend. Der BRS fordert, die Verhandlungen über Regionalisierungsabkommen und Veterinärzertifikate konsequent fortzuführen. Regionale Tierseuchenausbrüche dürften nicht länger den Export aus seuchenfreien Regionen des Bundesgebiets verhindern.

Wolf im Bundesjagdgesetz: Einheitliche Managementpläne erforderlich

Die Aufnahme des Wolfes in das Bundesjagdgesetz bewertet der BRS als wichtigen Schritt. Nun komme es auf eine bundesweit einheitliche Umsetzung an. Für Managementpläne müssten verbindliche Kriterien gelten – insbesondere bei der Bewertung der Wolfsbestände, dem Umgang mit Nutztierrissen und den Voraussetzungen für Entnahmen. Nur so ließen sich Rechtssicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen für Weidetierhalter gewährleisten.

Der stellvertretende Geschäftsführer des BRS, Stephan Schneider, meint dazu: Die heimische Tierhaltung braucht keine immer neuen Einzelregelungen, sondern verlässliche Perspektiven, faire Wettbewerbsbedingungen und Planungssicherheit. Nur dann können unsere Betriebe auch künftig ihren Beitrag zur Ernährungssicherheit, zur regionalen Wertschöpfung und zu einer leistungsfähigen Landwirtschaft leisten.


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