Shamonda-Virus breitet sich bei Rindern in Deutschland weiter aus
Die neu eingeschleppte europäische Variante des Shamonda-Virus (SHAV) breitet sich bei Rindern in Deutschland weiter aus. Nach Angaben der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen (LVN) wurden inzwischen auch Infektionen in Rheinland-Pfalz und Hessen durch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigt. Erste Sequenzvergleiche deuten zudem darauf hin, dass es sich bei Fällen in der Schweiz und Frankreich um das gleiche Virus handelt. Mit weiteren Fällen, auch in anderen Bundesländern, ist zu rechnen.
Übertragung durch Gnitzen
Ähnlich wie bei der Blauzungenkrankheit erfolgt die Übertragung des Virus durch blutsaugende Gnitzen. Deren höchste Aktivität wird üblicherweise zwischen Juli und Oktober beobachtet. Witterungsabhängig kann die Gnitzensaison in Deutschland bis etwa Ende November andauern. Wann und wie das Shamonda-Virus nach Europa eingeschleppt wurde, ist bislang unklar. Entsprechende Untersuchungen laufen.
Akut infizierte Rinder können unter anderem Fieber, einen Rückgang der Milchleistung und Durchfall zeigen. Noch nicht abschließend beurteilt werden kann, ob Infektionen tragender Tiere zu Schädigungen der Feten führen können, wie dies beim Schmallenberg-Virus möglich ist. Aborte, Totgeburten sowie missgebildete Kälber oder Lämmer aus möglicherweise betroffenen Beständen sollten deshalb besonders aufmerksam untersucht werden.
Für Menschen besteht nach bisherigem Kenntnisstand kein relevantes Infektionsrisiko. Viren der Simbu-Serogruppe gelten in der Regel nicht als Zoonoseerreger. Das FLI hat den Veterinärlaboren der Bundesländer bereits Testprotokolle zur Diagnostik zur Verfügung gestellt, sodass Verdachtsfälle zunächst in den zuständigen Landeslaboren untersucht werden können.
Weitere Informationen zum Shamonda-Virus und zur aktuellen Situation finden Sie in der Originalmeldung.





